1. Mose 2: Die Übersicht

Das zweite Kapitel der Genesis, d.h. des 1. Buches Mose, wird oftmals Zweiter Schöpfungsbericht genannt.

Zweiter Schöpfungsbericht

Bibelpassage: 1. Mose 2,4b-25

Der zweite Schöpfungsbericht erzählt die Schöpfung mit Blick auf den Menschen. Im Mittelpunkt stehen nicht mehr die Ordnung der Welt und ihre Abfolge, sondern der Mensch selbst: sein Platz in der Schöpfung, sein Auftrag und seine Beziehung zu Gott.

Der Text beginnt mit Genesis 2,4b. Diese Stelle markiert den Beginn eines neuen, zusammenhängenden Erzählabschnitts. Die Bibel macht diesen Übergang durch eine feste Rahmenformel deutlich, die im Buch Genesis mehrfach verwendet wird – die sogenannte Toldot-Rahmenformel.

Mit dieser Formulierung wird angezeigt: Ab hier entfaltet sich eine eigene Geschichte mit eigener Perspektive.

Was erzählt uns die zweite Schöpfungsgeschichte?

Lass uns schauen, was in diesem Bericht überhaupt passiert:

Die Ausgangslage der Erde (1. Mose 2,4b–6)

Die Erde ist noch unbebaut. Es wachsen keine Pflanzen, weil weder Regen gefallen ist noch ein Mensch da ist, der das Land pflegt. Feuchtigkeit steigt aus dem Boden auf und bewässert die Erde.

Gott erschafft den Menschen (1. Mose 2,7)

Gott formt den Menschen aus dem Staub der Erde und haucht ihm den Atem des Lebens ein. So wird der Mensch zu einem lebendigen Wesen.

Gott pflanzt Eden und setzt den Menschen hinein (1. Mose 2,8–15)

Gott legt einen Garten in Eden an und setzt den Menschen dort hinein. Er lässt Bäume wachsen, schön anzusehen und gut zur Nahrung. In der Mitte stehen der Baum des Lebens und der Baum der Erkenntnis. Ein Fluss bewässert Eden und teilt sich in vier Ströme. Gott gibt dem Menschen den Auftrag, den Garten zu bebauen und zu bewahren.

Gott gibt dem Menschen eine Grenze (1. Mose 2,16–17)

Gott gewährt dem Menschen große Freiheit: Von allen Bäumen darf er essen – außer vom Baum der Erkenntnis. Er warnt vor den Folgen des Ungehorsams.

Gott zeigt die Notwendigkeit eines Gegenübers (1. Mose 2,18–20)

Gott sagt, dass es nicht gut ist, dass der Mensch allein ist. Er formt die Tiere und bringt sie zu Adam. Adam benennt sie, findet aber kein Gegenüber, das ihm entspricht.

Gott schafft die Frau und stiftet Einheit (1. Mose 2,21–25)

Gott versetzt Adam in tiefen Schlaf, nimmt eine Rippe und formt daraus die Frau. Er führt sie zu Adam. Adam erkennt sie als sein Gegenüber. Gott setzt die Ein-Fleisch-Ordnung von Mann und Frau. Beide sind nackt und schämen sich nicht.