1. Mose 3: Der Sündenfall und seine Folgen

Bibelpassage: 1. Mose 3 (Genesis 3)

Das Kapitel 1. Mose 3 erzählt, wie die Schlange Gottes Wort infrage stellt und der Mensch daraufhin eine Entscheidung trifft, die seine Beziehung zu Gott grundlegend verändert. Nach dem Essen von der verbotenen Frucht treten Scham, Angst und Verstecken an die Stelle von Unbefangenheit und Nähe.

Gott sucht den Menschen, spricht ihn an und benennt die Folgen seines Handelns für Schlange, Frau und Mann. Trotz dieser Konsequenzen bleibt Gott dem Menschen zugewandt: Er sorgt für ihn und ordnet die neue Situation, indem er den Menschen aus dem Garten Eden weist und den Zugang zum Baum des Lebens verschließt.

Überblick

Mose 3 gehört zur sogenannten Urgeschichte (Genesis 1–11) und markiert einen entscheidenden Übergang. Nach der geordneten Schöpfungswirklichkeit von Genesis 1 und 2 erklärt dieses Kapitel, warum diese Harmonie nicht fortbesteht.

!!Dieses Kapitel, im Allgemeinen als “Der Sündenfall” bekannt, bildet das Scharnier zwischen der Schöpfung, wie Gott sie gedacht hat, und der weiteren Geschichte der Menschheit, wie sie sich tatsächlich entfaltet.

Der Text beginnt mit einer ungebrochenen, harmonischen Beziehung zwischen Gott und Mensch. Der Mensch lebt im Garten Eden in Gemeinschaft mit Gott, zur Schöpfung und zueinander. Gottes Wort und Gebot sind bekannt und geben dem Leben einen klaren, selbstverständlichen Rahmen. In diese geordnete Wirklichkeit tritt die Schlange als neue handelnde Figur ein und stellt Gottes Wort und Gebot in Frage.

Damit wird erstmals eine Spannung eröffnet, die den weiteren Verlauf der Geschichte bestimmt.

Was erzählt das Kapitel 1. Mose 3?

Das Kapitel ist klar gegliedert und entfaltet sich in einer nachvollziehbaren Abfolge von Szenen:

  1. Versuchung (1. Mose 3,1–5) Die Schlange tritt auf und stellt Gottes Wort und Gebot in Frage. Sie bietet eine alternative Deutung von Wirklichkeit und Konsequenz an.
  2. Entscheidung (1. Mose 3,6) Die Frau nimmt von der Frucht und isst; der Mann isst ebenfalls. Die Handlung geschieht bewusst und ohne äußeren Zwang.
  3. Unmittelbare Folgen (1. Mose 3,7–8) Die Wahrnehmung der Menschen verändert sich. Scham, Angst und Verstecken treten an die Stelle von Unbefangenheit.
  4. Göttliche Ansprache (1. Mose 3,9–13) Gott sucht den Menschen, spricht ihn an und bringt das Geschehen zur Sprache. Die Verantwortung wird nicht übernommen, sondern weitergegeben.
  5. Benennung der Konsequenzen (1. Mose 3,14–19) Gott spricht differenzierte Folgen über Schlange, Frau und Mann aus, die das weitere Leben bestimmen.
  6. Übergang in eine neue Lebenssituation (1. Mose 3,20–24) Namensgebung, Fürsorge Gottes und der Ausschluss vom Baum des Lebens markieren das Ende des Lebens im Garten Eden und den Beginn des Lebens außerhalb.